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Seit knapp einem Jahr bietet die Immanuel Klinik Rüdersdorf, Universitätsklinikum der MHB, eine spezialisierte ALS-Sprechstunde im Rahmen der neurologischen Hochschulambulanz (HSA) an. Sie findet jeweils am 1. und 3. Mittwoch im Monat statt und wird von Dr. Andreas Funke, Facharzt für Neurologie, betreut. Ziel des Angebots ist es, Menschen mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) eine wohnortnahe, strukturierte und kontinuierliche Versorgung zu ermöglichen – individuell abgestimmt auf ihre jeweilige Lebenssituation und ihren Unterstützungsbedarf. Carola Tackmann, Patientenlotsin für Rüdersdorf, erklärt den Ansatz: „Unser Bestreben ist es, ALS-Patientinnen und -Patienten nicht nur medizinisch gut zu versorgen, sondern ihnen auch Orientierung zu geben und Wege zu erleichtern. Gerade bei dieser Erkrankung ist es wichtig, frühzeitig gut angebunden zu sein.“

ALS ist eine seltene, fortschreitende Erkrankung des motorischen Nervensystems, bei der Nervenzellen, die für die Muskelsteuerung verantwortlich sind, zunehmend ihre Funktion verlieren. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 2.500 Menschen neu. Insgesamt leben in Deutschland etwa 8.000 bis 9.000 Betroffene. Für Betroffene bedeutet das häufig nicht nur körperliche Veränderungen, sondern auch einen hohen organisatorischen und emotionalen Unterstützungsbedarf. Umso wichtiger sind kurze Wege, klare Ansprechpartner und eine gut abgestimmte Versorgung.

Schneller Zugang zur richtigen Unterstützung

Ein besonderer Vorteil der Hochschulambulanz für ALS ist die enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM). Für Neuvorstellungen und Terminabsprachen steht eine DGM-Patientenlotsin als zentrale Ansprechpartnerin und Casemanagerin zur Verfügung. Das von der DGM geförderte Lotsenprojekt verfolgt das Ziel, Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen schneller in die passende Versorgung zu bringen, Wartezeiten zu verkürzen und Abläufe zu erleichtern. Gleichzeitig werden die behandelnden Teams organisatorisch entlastet, sodass mehr Zeit für die medizinische Betreuung bleibt.

Gerade bei ALS kann Zeit ein entscheidender Faktor sein. Eine gute Koordination hilft dabei, notwendige Untersuchungen, Therapien und Unterstützungsangebote frühzeitig zu organisieren und so die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Versorgung, die den Menschen im Blick hat

Mit der ALS-Sprechstunde stärkt die Immanuel Klinik Rüdersdorf ihr neurologisches Versorgungsangebot gezielt für Betroffene aus der Region. Neben der fachärztlichen Betreuung geht es dabei auch um Orientierung im Versorgungsalltag, Unterstützung bei organisatorischen Fragen und eine möglichst kontinuierliche Begleitung im Krankheitsverlauf.

So entsteht ein Angebot, das medizinische Expertise, persönliche Begleitung und regionale Nähe sinnvoll verbindet – und ALS-Patientinnen und -Patienten ein Stück Sicherheit im Alltag geben kann.
 

Foto: Dr. Andreas Funke ist als Neurologie spezialisiert auf ALS und bietet eine Sprechstunde im Rahmen der Hochschulambulanz der Immanuel Klinik Rüdersdorf an.