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22.01.2024

Vertrauliche Spurensicherung nach Sexualdelikten in der Immanuel Klinik Rüdersdorf

Ab sofort ist die Immanuel Klinik Rüdersdorf Mitglied im Modellprojekt „SOS nach Vergewaltigung“. Damit können Spuren eines sexuellen Übergriffs gerichtsverwertbar gesichert werden, um die Tat später zur Anzeige zu bringen.
Immanuel Klinik Rüdersdorf - Nachrichten - Vertrauliche Spurensicherung nach Sexualdelikten in der Immanuel Klinik Rüdersdorf

„Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung nach Vergewaltigung“ oder kurz „SOS nach Vergewaltigung“ - so nennt sich ein Modellprojekt, an dem sich zwölf Kliniken in Brandenburg beteiligen. Das Projekt wird durch das Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg gefördert und vom Brandenburgischen Landesinstitut für Rechtsmedizin (BLR) koordiniert. Seit neuestem gehört die Immanuel Klinik Rüdersdorf ebenfalls dazu. Hier können sich Betroffene medizinisch untersuchen und auf Wunsch Spuren der Tat gerichtsverwertbar sichern lassen, um zu einem späteren Zeitpunkt Anzeige zu erstatten.

„Die Hemmschwelle, sich unmittelbar nach einem sexuellen Übergriff an die Polizei oder eine andere Unterstützungseinrichtung zu wenden, ist für Betroffene in einer solchen Ausnahmesituation hoch“, so Knut Albrecht, Leiter des Brandenburgischen Landesinstituts für Rechtsmedizin in Potsdam und Koordinator des Projektes. Die vertrauliche Beweissicherung ermöglicht es den häufig durch die Tat Traumatisierten, in Ruhe entscheiden zu können, ob zu einem späteren Zeitpunkt eine Strafanzeige gestellt werden soll. In dem Fall kann auf das anonymisierte, an einem sicheren Ort gelagerte Beweismaterial bis zu zehn Jahre nach der Tat zurückgegriffen werden.

Auch wenn Frauen an sich keine äußerlichen Verletzungen bemerken, bedürfen sie nach einer Vergewaltigung sofort ärztlicher Hilfe. In Rüdersdorf ist das an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr möglich. Die Ärztinnen und Ärzte der Gynäkologie und Geburtshilfe wurden für eine exakte Spurensicherung und Dokumentation speziell geschult und sichern bei einer vertraulichen Spu-rensicherung die Tatspuren mittels Bilddokumentation und Untersuchung. „Betroffene wenden sich bitte in der Rettungsstelle an unsere speziell geschulten Pflegekräfte und bitten um ein vertrauliches Gespräch mit einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin“, so Dr. med. Lucas Hegenscheid, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe in der Immanuel Klinik Rüdersdorf. „Auch unsere Kolleginnen und Kollegen des Zentrums für seelische Gesundheit sind für eine erste psychologische Unterstützung vor Ort.“

Unterstützungsangebote für seelische Spuren

Auf dem Campus Rüdersdorf gibt es weiterführende Hilfsangebote, wie eine Trauma-Ambulanz und die Psychiatrische Institutsambulanz, um Betroffene nach der medizinischen Untersuchung auch psychisch weiter zu betreuen. „Unser Sozialdienst vermittelt Hilfsangebote vor Ort oder in wohnortnahen Einrichtungen bzw. Schutzstellen. Wir arbeiten zudem mit der Opferhilfe Land Brandenburg e.V. zusammen, die Kooperationspartner des Modellprojektes „SOS nach Vergewaltigung“ sind, um für jeden und jede Betroffene eine Möglichkeit der (psychologischen) Unterstützung zu bieten“, erklärt Chefarzt Dr. med. Lucas Hegenscheid.

 

Erleben auch Sie Gewalt?

Beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" können Sie sich unter der Rufnummer 08000 116 016 an 365 Tagen zu jeder Uhrzeit anonym und kostenlos beraten lassen. Opfer von Vergewaltigungen erhalten Unterstützung bei der Opferhilfe vom Land Brandenburg.

 

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  • Dr.
    Lydia Stübler
    Klinikkommunikation der Immanuel Klinik Rüdersdorf

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    15562 Rüdersdorf bei Berlin
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