Musiktherapie

Die Tradition der Heilung durch Musik lässt sich bis an die Ursprünge der Menschheitskultur zurückverfolgen, wobei Methoden und Zielsetzungen in den einzelnen Zeitepochen unterschiedliche Schwerpunkte aufzeigen.

Die heutige Musiktherapie ist eine erlebnisorientierte Behandlungsform, bei der die Parameter der Musik, (z.B. Klang, Rhythmus, Melodik oder Dynamik) therapeutisch gezielt eingesetzt werden, um den Menschen in seinen Gefühlen, Stimmungen und Befindlichkeiten anzusprechen.

»Musiktherapie ist der gezielte Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit. Der Begriff „Musiktherapie“ ist eine summarische Bezeichnung für unterschiedliche Konzeptionen, die ihrem Wesen nach als psychotherapeutische zu charakterisieren sind in Abgrenzung zu pharmakologischer und physikalischer Therapie.«
("Thesen zur Musiktherapie", Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) in Musiktherapie in Deutschland, 1998)

Unser musiktherapeutisches Angebot

Die Musiktherapie in der Abteilung für Physiotherapie bietet den PatientInnen die Möglichkeit einer erlebnisorientierten, kreativen, therapeutischen Begleitung. Neben der emotionalen Stabilisierung und der Förderung emotionaler Ausdrucksqualitäten können durch die Musiktherapie Ängste und Depressionen reduziert, Ressourcen und Lebensfreude angeregt und ein Beitrag zur körperlichen und seelischen Entspannungsfähigkeit geleistet werden. Dabei können verschiedene musiktherapeutische Methoden zum Einsatz kommen.

Aktive musiktherapeutische Angebote

In der aktiven Musiktherapie können eigenen Stimmungen und Gefühlen durch leicht spielbare Instrumente aus unterschiedlichen Kulturen Ausdruck verliehen werden. Der Patient wird dazu ermutigt, sich einzeln, zusammen mit dem Therapeuten oder innerhalb einer Gruppe auf diesen Instrumenten auszudrücken und sich selbst zu erleben und Resonanz zu geben. mehr

 

Klangmassage

Klangmassage sind all jene Verfahren, bei denen der Patient Musik nicht nur hörend, sondern auch über den Körper wahrnimmt. Bei einer Klangmassage können verschiedene Instrumente zum Einsatz kommen, wie die Körpertambura oder Klangschalen. Die auf den Instrumenten erzeugten Vibrationen, werden durch Aufstellen oder Auflegen auf den Körper übertragen, was entspannend und stimulierend wirken kann. mehr

 
In der Immanuel Klinik Rüdersdorf wird die Musiktherapie in folgenden Abteilungen angeboten:

Musiktherapeutische Methode

Je nach Krankheitsbild und Konzeption der einzelnen Abteilung können hierbei verschiedene musiktherapeutische Methoden im Einzel- oder Gruppensetting zum Einsatz kommen:

  • aktive musiktherapeutische Angebote
  • rezeptive musiktherapeutische Angebote
  • Klangmassagen
  • therapeutisches Singen
Insgesamt soll dem Patienten »durch Musiktherapie…Gelegenheit gegeben werden, sich selbst und seine Umwelt besser zu verstehen, sich in ihr freier und effektiver zu bewegen und eine bessere psychische und physische Stabilität zu erreichen.«
(Langenberg, 1997, In: Mayr, 2001, S.14)

Musikimmanente Wirkfaktoren

Neben der therapeutischen Beziehung können dabei folgende musikimmanente Wirkfaktoren unterschieden werden:

  • Musik ist physisch ansprechend und kann somit sowohl entspannend als auch aktivierend wirken.
  • Musik ist ein nonverbales Medium, so dass Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse, die meist schwer in Worte zu fassen sind oder verbal nicht adäquat ausgedrückt werden können, in der Musik zum Ausdruck kommen.
  • Musik wirkt emotionalisierend auf den Menschen, wodurch an verschütteten Emotionen angesetzt, diese reaktiviert und ins Leben der Betroffenen integriert werden können.
  • Musik hat einen kommunikativen Charakter und kann somit der Kontaktaufnahme zwischen Innen- und Außenwelt dienen, aber auch zum Begegnungsraum zwischen Klient und Therapeut werden.
  • Musik ist ein kreatives Medium und kann somit an den gesunden Anteilen im Menschen ansetzen. Patienten ist es so möglich, die positive Erfahrung zu machen, selbst Resonanz zu erzeugen oder zu erleben.
  • Musik wirkt erinnerungsauslösend, wodurch ein besonderer Zugang zu lebensgeschichtlichen Ereignissen möglich wird.

Musiktherapeutinnen:

Anette Terpe

(Dipl.-Musiktherapeutin) tätig in der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sowie in der Psychiatrischen Institutsambulanz

Susanne Hahn

(Dipl.- Musiktherapeutin) tätig in der Abteilung für Palliativmedizin und in der Abteilung für Schmerztherapie

Quellen:

  • Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft: homepage: www.musiktherapie.de, 16.10.2012
  • Eschen, Johannes Th.: Aktive Musiktherapie In: Decker-Voigt, Hans-Helmut / Knill, Paolo J. / Weymann, Eckhard (Hrsg.): Lexikon Musiktherapie, Hogrefe, Verlag für Psychologie, Göttingen, Bern, Toronto, Seattle 1996.
  • Frank-Bleckwedel, Eva-Maria: Rezeptive Musiktherapie In: Decker-Voigt, Hans-Helmut / Knill, Paolo J. / Weymann, Eckhard (Hrsg.): Lexikon Musiktherapie, Hogrefe, Verlag für Psychologie, Göttingen, Bern, Toronto, Seattle 1996.
  • Mayr, Barbara: Spezifische und unspezifische Wirkfaktoren von Musiktherapie aus der Sicht psychosomatischer Patienten. Diplomarbeit, Universität für Musik und Darstellende Kunst, Wien 2001.
  • Muthesius, Dorothea: Musiktherapie in Medizin und Pflege In: Neander, Klaus - Dieter (Hrsg.) Musik und Pflege, Urban & Fischer, München, Jena 1999.
  • Rittner, Sabine: Stimme In: Decker-Voigt, Hans-Helmut / Knill, Paolo J. / Weymann, Eckhard (Hrsg.): Lexikon Musiktherapie, Hogrefe, Verlag für Psychologie, Göttingen, Bern, Toronto, Seattle 1996.



 
 
 
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    Leiter der Therapeutischen Abteilung

    Immanuel Klinik Rüdersdorf
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    15562 Rüdersdorf bei Berlin
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