Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Sie verläuft meist schubförmig und tritt häufig schon im frühen Erwachsenenalter in Erscheinung.

Was ist Multiple Sklerose?

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, die meist schubförmig verläuft und häufig im frühen Erwachsenenalter in Erscheinung tritt. Die Erkrankung kann sich mit den verschiedensten Schubsymptomen manifestieren. Häufig sind z.B. Sehstörungen mit Verschwommensehen meist auf einem Auge, Sensibilitätsstörungen, Lähmungen und Blasenstörungen, die subakut (über Stunden bis Tage) auftreten und für mindestens 24 Stunden, meist Tage bis Wochen oder länger bestehen bleiben und sich teilweise oder vollständig zurückbilden können. Im langjährigen Erkrankungsverlauf können solche Erkrankungsschübe abnehmen, jedoch eine langsame schubunabhängige Verschlechterung v.a. des Gehens einsetzen; dies nennt man einen sekundär progredienten Verlauf.

Seltener ist eine von Beginn an langsam zunehmende Symptomatik, ohne dass abgrenzbare Erkrankungsschübe auftreten; dies nennt man einen primär progredienten Verlauf.

Diagnostik

Bei Erstdiagnose sind umfangreiche Untersuchungen nötig, die wir je nach Konstellation stationär oder tagesklinisch anbieten. Durch eine klinische Untersuchung, Labordiagnostik von Blut und Nervenwasser (Liquorpunktion), Elektrophysiologie mit Funktionsmessungen in Form von evozierten Potentialen sowie der Kernspintomographie (MRT) wird die Diagnose gestellt und relevante Differentialdiagnosen ausgeschlossen.

Im weiteren Verlauf sind regelmäßige klinische und MRT-Untersuchungen sowie je nach Medikation unterschiedliche Laboruntersuchungen nötig.

Behandlung

Bei der Behandlung unterscheiden wir :

a) Schubtherapie
Die Schubtherapie hat das Ziel, dass sich neue Symptome durch einen akuten Erkrankungsschub wieder zurückbilden. Ein Erkrankungsschub wird definiert durch neue Beschwerden, die über > 24 Stunden anhalten, und ist abzugrenzen von Symptomfluktuationen und einer Verschlechterung meist vorbestehender Symptome durch Wärme, z.B. bei einer Infektionserkrankung/Fieber, hohe Außentemperaturen oder körperlicher Belastung.

Ein akuter Erkrankungsschub wird zunächst mittels Steroid-Puls-Therapie (im Jargon „Cortison“, genauer: Methylprednisolon) über 3-5 Tage behandelt. Entscheidend für den Therapieerfolg sind (a) ein möglichst frühzeitiger Beginn der Schubtherapie sowie (b) eine erneute Vorstellung und ggf. Therapieeskalation, wenn sich die Symptomatik nicht innerhalb von 24 Stunden zufriedenstellend und weitestgehend zurückgebildet hat. Sollten hingegen alltagsrelevante Schubsymptome bestehen bleiben, kann die Steroid-Puls-Therapie zeitnah wiederholt werden. Bei weiterem Fortbestehen kann ggf. eine Art Blutwäsche (Plasmapherese) erfolgen. Wichtig ist auch hier eine rasche Abfolge ca. im 2-Wochen-Abstand, da eine Schubtherapie nicht so erfolgreich sein wird, wenn die Entzündungsphase zurückgegangen und bereits eine stärkere Narbenbildung eingesetzt hat.

b) Verlaufsmodifizierende Therapie
Vor weiteren Erkrankungsschüben schützt eine schubprophylaktische Therapie, die langfristig über Jahre eingenommen wird. Hierfür stehen bei uns alle zugelassenen Medikamente zur Verfügung.
MS ist derzeit nicht heilbar und führt unbehandelt zu zunehmenden neurologischen Ausfallserscheinungen. MS ist aber meist sehr gut behandelbar, insbesondere Erkrankungsschübe lassen sich durch verschiedene, gut wirksame Therapien zu einem Großteil vorbeugen. Eine frühe wirksame schubprophylaktische Therapie ist hierbei entscheidend für einen günstigen Erkrankungsverlauf. Hierfür steht eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung, die sich in ihrer Wirkstärke, potentiellem Nebenwirkungsprofil, Applikationsform sowie Einfluss auf andere Medikamente und eventuelle Begleiterkrankungen unterscheiden, sodass in aller Regel eine Medikation gefunden werden kann, die sich in die Alltagsaktivitäten und Lebensumstände, wie z.B. auch Familienplanung, einfügt.

Schwieriger ist die Behandlung primär oder sekundär progredienter Verläufe, aber auch für die primär progrediente MS ist mittlerweile ein wirksames Medikament verfügbar. Entscheidend für die bestmögliche Wirksamkeit ist auch hier der Einsatz in einer möglichst frühen Erkrankungsphase, da das Nutzen-/Risiko-Verhältnis bei längerem Erkrankungsverlauf und höherem Alter sinkt.
In den letzten Jahren wurden neue Therapiemöglichkeiten verfügbar, die wir allesamt anbieten. Darüber hinaus arbeiten wir in verschiedenen Studien an der weiteren Erforschung dieser Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten.

c) Symptomatische Therapie
Weiterhin können typische Symptome wie z.B. Spastik und Blasenstörungen durch die symptomatische Therapie gelindert und deren Auswirkung auf den Alltag reduziert werden.

Multiple Sklerose Zentrum

Unsere Immanuel Klinik Rüdersdorf ist vom Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) als MS-Zentrum zertifiziert. 

MS-Erzählcafé

Multiple Sklerose ist eine Erkrankung mit tausend Gesichtern, tausend Erfahrungen und tausend Fragen. Ein Mensch, der an MS erkrankt, hat nach seiner Diagnose und während seiner Behandlung immer neue Fragen und Befürchtungen.

Medizinische Fragen können Patientinnen und Patienten in Rüdersdorf mit ihren behandelnden Ärzten der MS-Ambulanz besprechen, für alle weiteren Fragen bietet das MS-Erzählcafé eine Plattform, in der sie sich mit anderen Betroffenen und Fachleuten austauschen können.

Das MS-Erzählcafé Rüdersdorf steht allen Betroffenen und deren Angehörigen offen – ohne den Druck, verbindlich und regelmäßig daran teilzunehmen. Es ist keine klassische Selbsthilfegruppe, sie können uns je nach Bedarf besuchen. Das Café wird moderiert und begleitet von unserem Sozialarbeiter/ Sozialpädagogen, Jürgen Muth, unserer MS-Schwester, Liane Schulze und den BbB-Beraterinnen, Viethe und Stephan, der DMSG.

Die Termine des Erzählcafés finden Sie auf unserer Webseite unter Veranstaltungen oder können telefonisch bei Jürgen Muth angefragt werden: Tel. 033638-83428.

Das MS-Erzählcafé findet jeden 4. Montag im Monat von 16.00 bis 18.00 Uhr im Konferenzzentrum statt.

 
 
 
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PJ bei uns

Ambulante neurologische Sprechstunde

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Zentrum für Nerven- und Muskelerkrankungen Ost-Brandenburg (ZENOB)

  • Das ZENOB diagnostiziert neuromuskuläre Erkrankungen bei Betroffenen entsprechend deutscher und internationaler Standards stationär und ambulant
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  • Tagesklinik und Hochschulambulanz der Neurologie
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