Morbus Crohn / Colitis ulcerosa

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa werden unter dem Begriff der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, kurz CED (engl. inflammatory bowel disease) zusammengefasst. Beide sind gutartige Erkrankungen des Darms, die aber ein erhöhtes Krebsrisiko aufweisen.

Was sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen?

Man versteht hierunter gutartige Darmerkrankungen, die sich vor allem durch das Auftreten von schweren Durchfällen, zum Teil mit Blutbeimengungen, bemerkbar machen. Die frühere Annahme, es handele sich um klassische Autoimmunerkrankungen, gilt heute als überholt. Das Erstauftreten der Erkrankungen liegt im jungen Erwachsenenalter. Der Morbus Crohn geht häufig mit Fisteln in der Afterregion einher. Zudem kann beim Morbus Crohn der obere Gastrointestinaltrakt mit Magen und Dünndarm auch von der Entzündung betroffen sein. Innerhalb von 10 Jahren nach Diagnosestellung müssen etwa 70 Prozent der Morbus Crohn-Patientinnen und -Patienten operiert werden.

Generell müssen chronisch entzündliche Darmerkrankungen auch durch Medikamente behandelt werden. Daher findet die Behandlung von betroffenen Personen bei uns in enger Abstimmung interdisziplinär mit unseren Gastroenterologen statt. Da beide Erkrankungen ein erhöhtes Krebsrisiko aufweisen, ist eine Operation in manchen Fällen auch aus diesem Grunde angezeigt.

Bei häufigen, wiederkehrenden, teils blutigen Durchfällen, krampfartigen Bauchschmerzen, abnormaler Gewichtsabnahme, Abszessen oder Fisteln am After, Fisteln in der Bauchdecke, die mit Fieber, Hautveränderungen oder Gelenkbeschwerden einhergehen, sollten Sie Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder einen Gastroenterologen aufsuchen.

Untersuchungen des Darms wie die Spiegelung des Dickdarms und des Magens mit Gewebeprobenentnahme, Untersuchung des Stuhlgangs auf Parasiten, Bakterien und Pilze, Computertomographie oder Kernspintomographie (MR) des Bauches, Blutuntersuchungen zur Erkennung von Blutarmut, Vitamin- und Eisenmangel und dem Ausschluss einer Nahrungsmittelunverträglichkeit können dann Aufschluss über eine (entzündliche) Darmerkrankung geben.

Eine Operation kann notwendig sein, wenn die Erkrankung trotz medikamentöser Therapie fortschreitet, Verengungen (Stenosen) des Darmes nach Entzündungsschüben entstehen und ein Darmverschluss droht, bösartige Veränderungen, Abszesse oder Fisteln gefunden werden, eine unstillbare Blutung oder gar ein Darmdurchbruch auftritt.

Operative Therapiemöglichkeiten bei Morbus Crohn

Der Morbus Crohn kann weder durch eine Operation noch durch Medikamente geheilt werden. Neue Studien belegen aber eine gute Wirksamkeit einer frühzeitigen Operation zum Beispiel bei isoliertem Befall des Überganges vom Dünn- zum Dickdarm. Ansonsten wird bei jeder Operation nach dem Prinzip der erhaltenden Chirurgie nur so viel Darm wie unbedingt notwendig entfernt (Darmresektionen).

Abszesse und Fisteln werden unter Schonung des Schließmuskels chirurgisch therapiert. Bei Beeinträchtigung des Schließmuskels durch Abszesse oder Fisteln muss in manchen Fällen vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt werden.

Operative Therapiemöglichkeiten bei Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa kann durch die Entfernung des Dickdarms geheilt werden. Besteht die Operationsindikation, muss dabei der gesamte Dickdarm entfernt werden. Dies erfolgt meist unter dem Schutz eines für kurze Zeit angelegten künstlichen Darmausgangs. Durch moderne Operationstechniken kann heutzutage ein dauerhafter künstlicher Darmausgang vermieden und die volle Kontinenz erhalten werden.

Die Anzahl an Stuhlgängen pro Tag steigt jedoch. Der gesamte Dickdarm wird entfernt, der Mastdarm wird dann durch ein J-oder W-förmiges Dünndarmreservoir (Pouch) ersetzt (Ileopauchanale Anastomose; IPAA). In diesem ersten Schritt wird zum Schutz ein künstlicher Dünndarmausgang vorgeschaltet (Ileostoma). In einer weiteren Operation wird der künstliche Dünndarmausgang zurückgeführt. Bei Befunden ohne Mastdarmbefall oder Kinderwunsch wird der Dünndarm nach Entfernung des gesamten Dickdarmes mit dem Mastdarm zusammengeführt (Ileorektostomie). Auch hier werden Abszesse und Fisteln werden chirurgisch therapiert unter Schonung des Schließmuskels.

 
 
 
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