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21.02.2018

Hoffnung für Frauen mit Kinderwunsch nach Sterilisation

Die robotisch-assistierte Refertilisierung ermöglicht Schwangerschaften nach einer Sterilisation. Dr. Lucas Hegenscheid, Gynäkologie-Chefarzt der Immanuel Klinik Rüdersdorf, erklärt Vorteile und Voraussetzungen des Eingriffs.
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Chefarzt Dr. med. Lucas Hegenscheid steuert während einer roboter-assistieren Refertilisierung die Operationsarme des daVinci-Operationssystems.

Robotisch-assistierte gynäkologische Eingriffe sind nicht neu. Neben der Urologie steht die Gynäkologie weltweit auf Platz zwei unter allen daVinci-Eingriffen. Im Jahr 2016 machten diese überwiegend tumor-chirurgischen Operationen ein Drittel der insgesamt 750.000 daVinci-OPs aus. Wenige wissen jedoch, dass sich dahinter auch sogenannte Refertilisierungs-OPs verbergen. Dieser Eingriff macht bei einer sterilisierten Frau eine natürliche Schwangerschaft wieder möglich, indem die zuvor durchtrennten Eileiter erneut verbunden und durchlässig gemacht werden. In der Immanuel Klinik Rüdersdorf wird dieses Verfahren bereits erfolgreich praktiziert.

Tatsächlich wächst die Nachfrage nach Refertilisierung-OPs stetig. Grund ist nicht zuletzt, dass die moderne Medizin Schwangerschaften auch noch im reiferen Alter ermöglicht. Oft weckt eine neue Partnerschaft die Sehnsucht nach einem gemeinsamen Kind. "Nach eigentlich abgeschlossener Familienplanung wünscht sich dann manch sterilisierte Frau, doch wieder schwanger werden zu können", sagt Dr. med. Lucas Hegenscheid, Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie in Rüdersdorf. "Der Eingriff mithilfe der sehr feinen Instrumente des daVinci-Operationssystems erlaubt eine sehr präzise Operation."

Vorteile einer Refertilisierung gegenüber einer künstlichen Befruchtung

Wenn der Eileiter operativ wieder verbunden wird, ist eine natürliche Befruchtung möglich. Die Alternative für sterilisierte Frauen mit Kinderwunsch wäre eine künstliche Befruchtung. Bei der operativen Refertilisierung muss keine befruchtete Eizelle eingesetzt werden. Damit benötigen die Patientinnen auch keine hormonelle Therapie, weil die Eierstöcke müssen nicht hormonell stimuliert werden müssen. Den Patientinnen bleibt die stark belastende Entnahme von Eizellen erspart, durch die die Eierstöcke bis zur Größe eines Handballs anschwellen können und Wasser ins lokale Gewebe fließt, in dessen Folge auch massive Einlagerungen in Lunge und Bauch auftreten können.

Mit einer Refertilisierung sinkt die Wahrscheinlichkeit von Mehrlingsschwangerschaften, da gegenüber der künstlichen Befruchtung, bei der zwei bis drei befruchtete Eizellen eingepflanzt werden, auf natürlichem Weg meistens nur eine Eizelle befruchtet wird. Eine natürliche Empfängnis nach einer Refertilisation senkt auch das Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung sowie die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt und eines Kaiserschnitts. Allerdings erhöht die Refertilisierungs-OP das Risiko einer Eileiterschwangerschaft, da die Eizelle anders als bei einer künstlichen Befruchtung ihren Weg erst durch den Eileiter finden muss.

Die robotisch-assistierte Refertilisierung hat den zusätzlichen Vorteil, dass der Eingriff minimal-invasiv ist. Vor der daVinci-Ära mussten Refertilisierungs-Eingriffe offen-chirurgisch operiert werden. Damit ging eine erhöhte körperliche Belastung und längere Erholungsphase einher, bis Gewebe und Muskulatur soweit geheilt waren, dass die Patientin das Projekt "Schwangerschaft" tatsächlich angehen konnte.

Chefarzt Dr. med. Lucas Hegenscheid ist von der neuen Operationstechnologie überzeugt: "Es ist absolut faszinierend, dass durch die zehnfache optische Vergrößerung die Organschichten sichtbar werden. Das ermöglicht eine viel präzisere Arbeit auf kleinem Raum und verringert das Risiko, dass die Eileiter-Schleimhaut verletzt wird – mit dem Ergebnis, dass wir die Beweglichkeit der Eileiter erhalten. Zur Wiedervereinigung benutzen wir Nahtmaterial, das mit 0,05 Millimetern den Durchmesser eines menschlichen Haares hat. Nachdem wir die durchtrennten Eileiter verbinden, prüfen wir sofort ihre Durchlässigkeit."

Fakten zur Refertilisierungs-OP mit daVinci
  • Operationsdauer: ca. zwei Stunden
  • Verweildauer im Krankenhaus: Entlassung meist am ersten post-operativen Tag, spätestens am zweiten
  • Normale Belastbarkeit: die Beschwerden sind vergleichbar mit einer Bauchspiegelung, am dritten Tag nach der OP sind Patientinnen normal belastbar
  • Kostenübernahme: in der Regel von den Krankenkassen nicht gewährleistet, in der Einzelfallbewertung aber möglich
  • Alterseinschränkung: ca. bis Ende 40 Jahre
  • Voraussetzung: vorhandene Fruchtbarkeit des Partners
  • Ausschlusskriterien: wenn die Frau keinen natürlichen Eisprung hat, sowie alle Indikationen, die auch sonst eine künstliche Befruchtung notwendig machen

Chefarzt Hegenscheid rät Frauen, die über eine Refertilisierungsoperation nachdenken, zunächst Folgendes zu klären: Sind Sie sicher, dass Sie ein (weiteres) Kind haben möchten? Informieren Sie sich über Ihre ganz individuellen Risiken und Chancen einer möglichen künstlichen Befruchtung. Lassen Sie klären, ob eine hormonelle Behandlung aufgrund individueller Umstände ausgeschlossen werden muss.

Im Rahmen seiner Chefarzt-Sprechstunde begleitet Dr. Hegenscheid Patientinnen durch die Entscheidungsfindung. "Gemeinsam prüfen wir die individuellen Voraussetzungen und führen die notwendige Diagnostik durch. Gegebenenfalls gibt eine Ultraschall-Untersuchung Aufschluss über die Durchlässigkeit der Eileiter. Zum Schluss fassen wir die Ergebnisse zusammen und erstellen einen Plan für die Patientin", erläutert der Chefarzt.

Für eine Terminvereinbarung in Chefarzt Dr. med. Lucas Hegenscheids Privatsprechstunde melden Sie sich bitte im Chefarzt-Sekretariat unter der Telefonnummer 0336 38 833 07.

Weitere Informationen zur Abteilung Gynäkologie an der Immanuel Klinik Rüdersdorf finden Sie hier.

 
 
 
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