Minimal-invasive Entfernung der Gallenblase

Die minimal-invasive Entfernung der Gallenblase in laparoskopischer Technik, d. h. im Rahmen einer Bauchspiegelung, ist eine der häufigsten bauchchirurgischen Operationen überhaupt, sie wird in Vollnarkose durchgeführt.

Was bedeutet eine Gallenblasenentfernung?

Besteht aus medizinischen Gründen die Notwendigkeit eine Gallenblase zu entfernen, so ist der heutige Standard die minimal-invasive Entfernung der Gallenblase in laparoskopischer Technik, d. h. im Rahmen einer Bauchspiegelung. Die Operation macht einen stationären Aufenthalt von 3 – 5 Tagen erforderlich. Die häufigsten Gründe für eine operative Gallenblasenentfernung sind das Gallensteinleiden und/oder eine Gallenblasenentzündung, darüber hinaus gibt es weitere Gründe für die Gallenblasenentfernung.

Bis in die 90er Jahre wurde die operative Gallenblasenentfernung immer über einen rechtsseitigen Rippenbogenrandschnitt von ca. 10 cm Länge durchgeführt. Insbesondere bei übergewichtigen Patienten mussten entsprechend noch deutlich größere Schnitte angewandt werden. Durch die Entwicklung der laparoskopischen Chirurgie (Chirurgie über kleinste Inzisionen unter Zuhilfenahme einer Kamera und entsprechendem Spezialinstrumentarium) innerhalb der letzten Jahre konnte ein deutlich erhöhter Patientenkomfort erreicht werden.

Mittlerweile ist die laparoskopische Operationsmethode zum Standardverfahren in der Gallenblasenchirurgie erhoben worden, da sie viele Vorteile bietet. Sowohl die nach der Operation auftretenden Schmerzen, die Rate von Wundheilungsstörungen, Narbenbrüchen und Bauchdeckeninfekten konnten minimiert werden. Das kosmetische Ergebnis ist bei der Minimalinvasiven Vorgehensweise deutlich besser als bei der konventionellen OP.

Für Frauen bietet sich zusätzlich die Möglichkeit einer Minimalinvasiven Gallenblasenoperation durch die Scheide als natürliche Körperöffnung. Dieser Zugang ermöglicht eine weitere Reduzierung von Narbenbrüchen, Wundinfektionen und Narben im Vergleich zur herkömmlichen Technik.

Wann wird die Gallenblase entfernt?

Der häufigste Grund für die Entfernung der Gallenblase sind Beschwerden, die durch Gallensteine verursacht werden. Hierbei handelt es sich manchmal um rechtsseitige Oberbauchbeschwerden, die als Druckgefühl oder als wiederholt auftretende Schmerzen wahrgenommen werden. Einige Patienten werden auch durch heftige an- und abschwellende Schmerzen im rechten Oberbauch, sogenannte Koliken, auf eine Krankheit der Gallenblase aufmerksam.

Wenn ärztlicherseits die Beschwerden auf die Gallenblase zurückgeführt werden können, d. h., wenn bei auftretenden Beschwerden in einer Ultraschalluntersuchung Gallensteine und/ oder eine Entzündung nachgewiesen werden kann, so muss die Gallenblase vollständig entfernt werden, da sie die Quelle für die Gallensteinentstehung darstellt.

Therapieschritte der minimal-invasiven Entfernung der Gallenblase in laparoskopischer Technik

  • Zunächst wird unterhalb des Nabels ein Zugang zum Bauchraum geschaffen.
  • Nach Einbringen von Kohlendioxyd wird über ein Röhrchen eine Kamera in den Bauchraum eingebracht.
  • Jetzt werden 3 weitere 5 – 10 mm Zugänge im rechten Mittel- und Oberbauch geschaffen.
  • Darüber kann nun unter Zuhilfenahme von speziellen chirurgischen Instrumenten die Gallenblase unter ständiger optischer Kontrolle über einen Monitor entfernt werden.
  • Das Operationspräparat wird über den Hautschnitt unterhalb des Nabels entfernt.
  • Manchmal ist es notwendig zur Kontrolle von Nachblutungen oder bei stark entzündeter Gallenblase eine Drainage in den Bauchraum zu legen.
  • Die OP dauert ca. 25 – 40 Minuten.

Nachbehandlung

  • Blutuntersuchung nach der Operation
  • Wundkontrollen nach der Operation
  • ggf. eine Ultraschalluntersuchung nach der Operation
  • eine Entfernung des Nahtmaterials ist in den meisten Fällen nicht nötig, da es selbstauflösend ist
  • eine Wiedervorstellung zur Nachuntersuchung in unserer Sprechstunde wird auf Wunsch vereinbart

Wirkungsweise der Therapie

Die Minimalinvasive Entfernung der Gallenblase führt bei der Mehrzahl der behandelten Patienten zu einer endgültigen Heilung des Gallensteinleidens. Der Grund ist die vollständige Beseitigung der Quelle der Gallensteinentstehung. Die allermeisten Patienten haben nach der Gallenblasenoperation keinerlei Einbußen ihrer Lebensqualität.

Wir raten den Patienten nach der Operation zunächst von sehr großen und sehr fettreichen Mahlzeiten ab, in den allermeisten Fällen kommt es innerhalb von Wochen zu einer vollständigen Gewöhnung des Körpers an die neue Situation.

 
 
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Poliklinik Rüdersdorf

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  • Dr. med.
    Colin M. Krüger
    Chefarzt der Abteilung für Chirurgie in der Immanuel Klinik Rüdersdorf

    Sekretariat Arztdienst
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    Immanuel Klinik Rüdersdorf
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