Hämorrhoiden

Hämorrhoiden bekommt man nicht, Hämorrhoiden hat man. Sie gehören zum Enddarm. Gesunde Hämorrhoiden spürt ein Mensch nicht. Vergrößern sie sich aber, können sie jucken, bluten und sogar schmerzen. Es ist daher wichtig, bereits die ersten Symptome zu erkennen und eine Therapie einzuleiten.

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind arteriovenöse Gefäßpolster, die ringförmig unter der Enddarmschleimhaut angelegt sind, und dem Feinverschluss des Afters dienen. Wenn von Hämorrhoiden gesprochen wird, ist ein Hämorrhoidalleiden gemeint, welches Beschwerden verursacht. Dieses bleibt oft lange Zeit unentdeckt, ist aber die häufigste Ursache von Afterjucken, Entzündungen, Blutungen oder Stuhlverschmutzung der Wäsche.

Mögliche Ursachen

  • Über die Ursachen der Entstehung eines Hämorrhoidalleidens gibt es keine gesicherten Daten.
  • Vergrößerte Hämorrhoiden sind die Folge eines Zerfalls muskulärer und elastischer Komponenten im Lauf des Lebens, deshalb sind Hämorrhoiden vor dem 30. Lebensjahr sehr selten.
  • Weiterhin tritt eine krankhafte Verlagerung und Vergrößerung der Gefäßpolster in Richtung Anus hinzu.
  • Die Verlagerung stört den anatomischen Aufbau des Analkanals.
 

Diagnostik

Die Anamnese fasst die Leidensgeschichte und alle subjektiv durch den Patienten bemerkten Veränderungen zusammen. Der Arzt bekommt so entscheidende Hinweise zur Stellung einer Diagnose. Zu den Diagnosemethoden gehören: 

  • körperliche Untersuchung des Enddarms
  • Proktoskopie, dabei handelt es sich um eine Analkanalspiegelung mit Hilfe eines starren hohlen Rohrs
  • Rektoskopie, dabei wird der Mastdarm mit Hilfe eines starren hohlen Rohrs mit Lichtquelle untersucht
  • vor einer operativen Therapie der Hämorrhoiden ist eine Dickdarmspiegelung (Coloskopie) dringend anzuraten, so können Erkrankungen der höher gelegenen Dickdarmabschnitte erkannt werden
  • Laboruntersuchung des Blutes mit Gerinnung und Blutgruppe als Teil einer OP-Vorbereitung 

Basistherapie

Ernährungsberatung, die eine möglichst ballaststoffreiche Nahrung zur Erhöhung des Stuhlvolumens und eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern täglich vorsieht. Möglichst weicher Stuhlgang und schnelle Darmentleerung ohne langes Pressen sind das Ziel der Basistherapie. Obstipation fördert die Bildung von Hämorrhoiden und das Voranschreiten des Hämorrhoidalleidens.

Hämorrhoidenmittel (Hämorrhoidalia)

Das sind Arzneimittel, die ausschließlich zur Behandlung von Hämorrhoidalleiden angewendet werden. Die medikamentöse Behandlung eines Hämorrhoidalleidens ist bestenfalls lindernd und keinesfalls heilend.

Operative Eingriffe

Bei Hämorrhoiden ersten und zweiten Grades versucht man durch kleinere ambulante Eingriffe eine Operation zu vermeiden oder zumindest einige Jahre aufzuschieben. 

  • Hämorrhoiden 1. Grade werden bei Beschwerden ambulant sklerosiert 
  • Hämorrhoiden 2. Grades erfordern häufig eine ambulante Gummiligatur 

Wir bieten u. a. die folgenden unterschiedlichen Methoden zur Operation des Hämorrhoidenleidens in unserer Klinik an.

Operationsverfahren 2 – Hämorrhoidopexie nach Longo

Die Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo ist ein geschlossenes Verfahren, bei dem unter Anwendung eines speziellen Operationsgerätes, dem Stapler, die Analhaut geliftet wird.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Operatione wird bei der Hämorrhoidopexie keine Entfernung der Hämorrhoidalpolster selbst, sondern eine ringförmige Entfernung einer Mastdarmschleimhaut-Manschette oberhalb der Hämorrhoidalpolster durchgeführt und die Wunde mittels Klammern verschlossen. Durch Vernarbung und Umbauvorgänge werden die Hämorrhoidalpolster auf eine normale Größe reduziert und wieder an ihre ursprüngliche Position zurückversetzt.

Da der Eingriff nicht im Bereich der äußerst sensiblen Analschleimhaut erfolgt, ist die Methode weitgehend schmerzfrei und für den Patienten – verglichen mit einer klassischen Hämorrhoiden-OP – sehr komfortabel. Zur Behandlung ringförmiger Hämorrhoiden 3. Grades ist diese Technik mittlerweile weit verbreitet und die Methode der Wahl.

 

Operationsverfahren 3 – klassische Operationsverfahren

Dazu zählt z. B. die Operation nach Milligan-Morgan. Sie wird angewandt, wenn sich klar umschriebene Einzelknoten (meistens drei) gebildet haben. Die Knoten werden dann an ihrem Ansatz entfernt und die zuführenden Arterien werden unterbunden. Die Wunden, die dabei entstehen, werden offen gelassen und vernarben von allein. Der Klinikaufenthalt beträgt 3 bis 6 Tage. Die Operation ist besonders bei Hämorrhoiden 4. Grades sehr erfolgreich und es treten nur selten erneut Hämorrhoiden auf.

 
 
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